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Über das Glossar

Die Kinder- und Jugendhilfe und die Behindertenhilfe: Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Begriffsverständnis

Seit dem 01.01.2017 ist das Bundesteilhabegesetz (BTHG) in Kraft. Damit hat der Gesetzgeber eine wesentliche sozialrechtliche Grundlage geschaffen, um die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an allen Bereichen unserer Gesellschaft deutlich voranzutreiben. Der in insgesamt vier Phasen verlaufende Reformprozess hat auch Auswirkungen auf das System der Kinder- und Jugendhilfe. Seit dem 01.01.2018 (Reformphase 2 BTHG) ist das Jugendamt in seiner Funktion als Rehabilitationsträger für Kinder und Jugendliche nach § 35a SBG VIII oder § 41 in Verbindung mit § 35 a SGB VIII, den neuen Verfahrensrichtlinien und Grundsätzen aus dem BTHG unterworfen. Instrumente zur Bedarfsermittlung, Verfahrensabläufe und Kooperationsstrukturen zwischen Rehabilitationsträgern, Trägern der Eingliederungshilfe bzw. Professionellen im Gesundheitswesen, in der Behindertenhilfe und in der Kinder- und Jugendhilfe müssen neu entwickelt, systematisiert und tragfähig aufgebaut werden. Die zudem geplante Modernisierung des SGB VIII – im Sinne einer inklusiven Lösung – könnte das Zusammenwachsen der Kinder- und Jugendhilfe und der Behindertenhilfe zukünftig noch stärker befördern.

Ob und inwieweit aus den aktuell laufenden rechtlichen und strukturellen Veränderungsprozessen langfristig auch ein verändertes professionelles Selbstverständnis auf Seiten der Expert*innen in der Praxis erwächst, wird die Zukunft zeigen. Die zur Zeit konstruktiv geführten Diskussionen um die Definition verschiedener Fachbegriffe aus den unterschiedlichen Hilfe- bzw. Leistungssystemen weisen jedoch in diese Richtung. Die Kinder- und Jugendhilfe (KJH) und die Behindertenhilfe (BH) haben sich bereits auf den Weg gemacht, um die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Dialogforum zur Aufgabe gesetzt, den Diskurs innerhalb des laufenden Entwicklungsprozesses für Fach- und Führungskräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe und der Behindertenhilfe gleichermaßen, transparent und anschlussfähig aufzubereiten. Mit dem vorliegenden „Glossar“ möchten wir Ihnen einen Einblick zu den aktuell diskutierten Begrifflichkeiten vermitteln, Hinweise zum Weiterlesen geben und Sie einladen, den Diskurs bei Ihnen vor Ort aktiv mitzugestalten. Es bildet den bisher auf unseren Expertengesprächen erarbeiteten Erkenntnisstand zu den einzelnen Begrifflichkeiten bzw. Themenfeldern ab und ist durch Hinweise aus aktueller Fachliteratur ergänzt. Das Glossar wird kontinuierlich aktualisiert und weiterentwickelt. Derzeit sind unserer Einschätzung nach folgende Begriffe von besonderer Bedeutung für die kommunale Praxis:

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