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MuKi: Ein Zuhause für Mutter und Kind

Die inklusive Mutter-Kind-Einrichtung in Varel (Niedersachsen) bietet acht Plätze für minderjährige und junge erwachsene Mütter und ihre Kinder von 0-6 Jahren. Die Rechtsgrundlage für eine Aufnahme ist §19 SGB VIII – gemeinsame Wohnform für Mütter und Kinder.

Das Mutter-Kind-Haus in Varel - eine inklusive Einrichtung

Das Mutter-Kind-Haus (MuKi) wurde am 1. April 2014 eröffnet. Bereits im September waren alle sieben Plätze für minderjährige und junge erwachsene Mütter und ihre Kinder von 0-6 Jahren belegt.

Zielgruppe

Die stationäre Jugendhilfe-Einrichtung nach §19 SGB VIII richtet sich an junge Frauen, die aufgrund von persönlichen und sozialen Schwierigkeiten den Anforderungen des Alltags und der Verantwortung für ihr Kind nicht gewachsen sind. Der Zugang erfolgt in der Regel durch das zuständige Jugendamt, aber auch durch Vermittlung des Gesundheitsamtes, des Klinikums, der Babylotsin, durch Familienhebammen, Gynäkologinnen oder freier Träger der Jugendhilfe. Die Aufnahme erfolgt nach einem Hilfeplan mit dem Jugendamt und allen Beteiligten. Die jungen Frauen sollten mindestens 14 Jahre alt sein.

Zur Zielgruppe der Einrichtung gehören:

  • Erstgebärende unter 18 Jahren
  • Mütter oder Schwangere mit Behinderung
  • Psychisch belastete Schwangere oder Mütter
  • Schwangere Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, die wenig Zugang zum Gesundheitswesen haben
  • Schwangere und junge Mütter, die in gewaltbereitem Milieu leben

Ziele

In der Mutter-Kind-Einrichtung sollen junge Mütter in schwierigen psychosozialen Situationen unterstützt werden. Ihnen wird ein Netzwerk von Hilfen eröffnet. Einer Vernachlässigung und Gefährdung der Kinder soll frühzeitig vorgebeugt werden und die Mütter sollen darin unterstützt werden, sich zu verselbständigen und eine verlässliche Bindung zu ihren Kindern aufzubauen.

Die jungen Mütter sollen in der Hausgemeinschaft Zusammengehörigkeit und Eigenständigkeit als positive Erfahrung erleben. Feste Regeln und Rituale helfen ihnen, ihr Selbstwertgefühl zu stärken und die Bindung zu ihren Kindern zu festigen. Entsprechend sind die Räumlichkeiten des Hauses arrangiert. Die Gemeinschaftsräume im unteren Bereich dienen dem gemeinsamen Essen, der gemeinsamen Kinderbetreuung, der aktiven Freizeitgestaltung und den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Die tägliche Unterstützung der jungen Frauen fördert ihre Alltagskompetenzen, z.B. in der Erziehung und Entwicklungsförderung ihres Kindes, im Erlernen von Strukturen oder in Ausbildung und Beruf.

Die Apartments im ersten und zweiten Stock bieten einen Rückzugsort für Tag und Nacht, hier kann das Bedürfnis nach Ruhe erfüllt werden. Außerdem haben die Mütter die Möglichkeit, eine „eigene Wohnung“ zu erproben für ein Leben mit Kind nach dem Auszug aus der Einrichtung. In dieser „Verselbständigungswohnung“ können sie über Fachleistungsstunden (HzE oder ambulantes Wohnen) betreut werden. Nach Beendigung der Maßnahme kann die junge Familie weitere Unterstützung durch eine Sozialpädagogische Familienhilfe erhalten.

Inklusiv von Anfang an

Die Muki arbeitete von Beginn an inklusiv. Bei den jungen (werdenden) Müttern lässt sich oft nicht einschätzen, ob das Verhalten gegenüber dem Baby von einer Behinderung oder einer Psychischen Störung beeinflusst wird oder ob es medizinische Ursachen hat. Auch bei den Kindern entwickelt sich oft erst eine Entwicklungsverzögerung oder Behinderung.

In der Einrichtung lernen die jungen Frauen gemeinsam in der Gruppe - und unabhängig davon ob sie eine Behinderung haben oder nicht - was das Leben mit einem Baby heißt.

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