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JuWe - Jugendamt Weiterentwickeln

Quelle: Bernd Altmann auf Pixabey
 

Durch eine konsequent sozialräumliche Ausrichtung, die qualitative und quantitative Verstärkung des Case Managements im Jugendamt sowie die Ermöglichung von präventiven sozialräumlichen Mikroprojekten sollen die Effizienz und die Wirksamkeit der Hilfen zur Erziehung erhöht werden.

Auf der Grundlage des erfolgreichen Modellprojektes ESPQ (Erziehungshilfe, Soziale Prävention und Quartiersentwicklung, Laufzeit 2011 bis 2014) werden die Ergebnisse im Rahmen von JuWe (Jugendamt Weiterentwickeln) ab 2015 auf das gesamte Jugendamt Bremen übertragen. Wesentliche Eckpunkte von JuWe:
- Stärkere Fokussierung des Case Mangements (CM) auf sozialräumliches Arbeiten und ein sozialräumliches Fallverstehen mit dem Ziel der Mobilisierung der Ressourcen der Adressaten und des Sozialraums, Verstärkung der fallübergreifenden und -unabhängigen Arbeit im CM
- Weiterentwicklung der sozialräumlichen Organisationsstruktur des Jugendamtes und personelle Verstärkung entsprechender Organisationseinheiten (Sozialraumkoordination, Häuser der Familie (HdF), Erziehungsberatungsstellen)
- systematische Weiterentwicklung von altersgestaffelten sozialräumlichen Netzwerkstrukturen
- personelle Verstärkung des CM sowie flächendeckende Qualifizierung im ressourcen-, lösungs- und sozialraumorientierten Case Management mit dem Ziel, die Familien, Kinder und Jugendlichen vor dem Einleiten einer möglicherweise erforderlichen Hilfe zur Erziehung intensiver zu beraten und die Hilfe passgenauer zu gestalten
- Einführung und verstärkte Nutzung von neuen Methoden und Instrumenten wie Ressourcenkarte, Netzwerkkarte etc.
- Stärkung der Steuerungsfunktion des CM im Jugendamt
- Definition von Kernprozessen für die Bereiche Kinderschutz, Beratung, Hilfen zur Erziehung nach §§ 27 ff. SGB VIII, familiengerichtliche Verfahren etc.
Ein wesentlicher Schwerpunkt von JuWe sind die Entwicklung, Aufbau und Verstetigung von präventiven sozialräumlichen Mikroprojekten inkl. Schaffung eines Finanzrahmens von ca. 800 TEUR p.a.; Die Mikroprojekte richten sich nicht nur an die klassische Zielgruppe der HzE sondern auch an junge Menschen mit Eingliederungshilfebedarfen nach § 35a SGB VIII oder dem SGB XII.
Beispiele für Mikroprojekte: Familienwohnzimmer (für Familien an der Grenze zur SPFH), Elterncafé,Familienrat, Erlebnispädagogische Gruppe in Kooperation mit dem Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrum der Schulen, KidCool Training in Schulen für gewaltaffine Kinder, ELVE (Eltern lernen von Eltern) in Kooperation mit einem HdF, Coaching für Eltern behinderter Kinder, Gruppe für Kinder mit besonderem Förderbedarf auf einer Jugendfarm, FIS (Familie im Stadtteil): im Wesentlichen Schulung ehrenamtlicher Assistenzen für Familien an der Schwelle zu HzE, Kidstime für Kinder psychisch kranker Eltern (in Kooperation mit der KJP), Behördenlotsen, Stadtteilmütter. Die Mikroprojekte sollen sich aus den Bedarfen im Bereich der Hilfen zur Erziehung in enger Kooperation mit freien Trägern der Jugendhilfe entwickeln und sich möglichst eng an und in bestehende Regelinstitutionen andocken. Sie entstehen häufig auch in enger Kooperation mit anderen Institutionen und Rechtskreisen. Es werden zielgerichtet auch semiprofessionelle Angebote und Peer-Learning integriert.

Erste Zwischenergebnisse:
- der Personalaufwuchs und die Qualifizierung sind weitestgehend abgeschlossen
- die Kernprozesse sind entwickelt und werden jetzt schrittweise verbindlich eingeführt
- die Schnittstellen zu den freien Trägern werden momentan über die AG nach § 78 SGB VIII entwickelt und eingeführt. Es ist für den Umsetzungsprozess eine eigene UAG der AG nach § 78 eingerichtet worden.
- es sind erste Ergebnisse einer Konsolidierung bei den Fallzahlen im Bereich der HzE zu beobachten mit dem Paralleleffekt eines Abbremsens des Kostenanstieges
- mit den freien Trägern wurde vereinbart, dass für die Mikroprojekte auf eine Ausschreibung oder Interessensbekundung zugunsten einer direkten Ansprache eine Trägers verzichtet werden kann.
- die präventiven Mikroprojekte haben sich zu einem erfolgreichen sozialräumlichen Instrument entwickelt. Erste Bewertungen sind äußerst positiv. Momentan werden gemeinsam mit den freien Trägern Qualitätskriterien für eine Auswertung der Mikroprojekte abgestimmt. Ausgewertet werden soll auch, welche Projekte nur in einem speziellen Sozialraum wirksam sind und welche Projekte Übertragungspotenzial haben.

Evaluation:
Eine fachliche Begleitung erfolgt im Jugendamt sowie über eine eigens eingerichtete ressortübergreifende Lenkungsgruppe (Jugendamt; Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport; Senatorin für Finanzen; Senatskanzlei). Das Modellprojekt ESPQ ist durch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wissenschaftlich begleitet worden.

Finanzierung:
Es sind ca. 20 zusätzliche Vollzeitäquivalente sowie 800 TEUR p.a. investiert worden mit der Prognose, dass sie sich über eine Reduzierung der eigentlich zu erwartenden Ausgabenzuwächse in den Hilfen zur Erziehung quasi refinanzieren. Die Ergebnisse des regelmäßige Controllings übertreffen die Prognosen.

Best-Practice: 
Bei der Umsetzung der Weiterentwicklung des Jugendamtes Bremen wird ein konsequent sozialräumliche Ansatz verfolgt. Neben der qualitativen und quantitativen Stärkung des Case Managements (ASD Junge Menschen) wurde ein sozialräumliches Fallverstehen verstärkt, die altersgestaffelten sozialräumliche Netzwerke weiterentwickelt sowie ein eigener Haushaltsansatz für präventive sozialräumliche Mikroprojekte eingerichtet. Die Mikroprojekte können ohne aufwändige Vergabeverfahren umgesetzt werden.

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Bundesland & Region
Bundesland: 
Bremen
Stadt/Stadtteil: 
Bremen
Landkreis/Region: 
Kommune Bremen
Laufzeit
Laufzeit: 
Januar 2015 bis Dezember 2020
Stand der Information
Stand der Information: 
04.07.19
Themenfeld
Sozialraumorientierung