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Jugendhaus Sürth - Inklusive Freizeiteinrichtung (Jugendzentrum) für Kinder und Jugendliche

Das Jugendhaus Sürth ist ein inklusives Jugendzentrum (Freizeiteinrichtung) für alle Kinder und Jugendlichen im Schulalter und bietet einen offenen Bereich, diverse Gruppenangebote (Klettern, Küche, Kreativ,…), Ferienprogramme, Feste und Veranstaltungen an.

Entstehung

Das Jugendhaus Sürth wurde 1982 eröffnet. Hervorgegangen aus einer Elterninitiative und noch unter anderem Namen, hat der heutige Verein miteinander leben e.V. 1975 die erste integrative Kindertagesstätte in NRW gegründet.

Um die Integration im Schulalter fortzuführen wurde das damals verfallene Gebäude entkernt und von einer Gruppe aktiver Eltern von Kindern mit Behinderung zum Jugendhaus Sürth – einer Offenen Tür für Menschen mit und ohne Behinderung umgebaut.

Während anfangs eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung das Haus besuchten, wurde es dank seiner Lage und Angebote auch für die Kinder und Jugendlichen ohne Behinderung aus der unmittelbaren Nachbarschaft attraktiv.

„Die Behinderten laden ein“ war damals der Startschuss für ein integratives Jugendhaus. Von einem integrativen Haus, hat sich das Jugendhaus zu einer modernen inklusiven Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche im Schulalter entwickelt. Mit großer Bedeutung und Bekanntheit über den Kölner Raum hinaus, hat das Jugendhaus Sürth weiterhin Modellcharakter.

 

Ziele

Die Ziele ergeben sich aus dem Leitbild und den Rahmenbedingungen:

Das Jugendhaus fördert eine vielfältig bereichernde Form der Freizeit- und Feriengestaltung von Kindern und Jugendlichen. Hierfür unterstützen wir die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg zur Selbstfindung und einer daraus erwachsenden Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit.

Um sich in einer heterogenen Gesellschaft bewegen zu können, werden Offenheit und Toleranz sowie Akzeptanz und Empathie gefördert. Vorurteile werden abgebaut. Denn nur selbstbewusste junge Menschen mit Sozialkompetenzen können partizipieren.

Die nonformale Bildung umfasst eine große Anzahl von weiteren Zielen, z.B.:

Förderung der Kreativität, Stärkung von Ablösungsprozessen, Verselbstständigung und respektvoller Umgang mit Ressourcen.

 

Umsetzung in der Praxis

  • Jeder Besucher wird persönlich angesprochen.
  • Es wird eine anregende, einladende und offene Atmosphäre geschaffen.
  • Die aktive Einbeziehung der Besucher in den Jugendhaus-Alltag (Programmplanung, Hausgestaltung u.a.) fördert die Identifikation mit der Einrichtung.
  • Bei allen Angeboten steht der Handlungsprozess im Vordergrund, um eine Produkt- und Leistungsorientierung zu vermeiden.
  • Durch intensive Beziehungsarbeit schaffen die Mitarbeiter einen familiären Rahmen (Erziehung durch Beziehung).
  • Verbindliche Absprachen geben allen Besuchern Orientierung für den Alltag im Jugendhaus.
  • Die Mitarbeiter sind "Modell" für das Lernen sozialer und emotionaler Verhaltensweisen: Offenheit, Toleranz, Hilfsbereitschaft, respektvoller Umgang u. a.
  • Durch konstante Elternarbeit wird Kooperation in Erziehungsfragen möglich.
  • Feiern und Feste sind Ausdruck einer lebendigen Gemeinschaft.
  • Gemeinwesenorientierung / Eine Ausrichtung auf den Sozialraum schafft die Brücke vom "Modell" Jugendhaus in die Gesellschaft (durch große Feste, Teilnahme an Dorfaktivitäten, Mobile Arbeit, Ferienaktionen, örtliche Presse, Aushänge…).
  • Realistische Rückmeldungen ermöglichen eine bessere Selbsteinschätzung.
  • Spaß steht in der Freizeit im Vordergrund.
     

Finanzierung

Das Jugendhaus wird wie alle anderen Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit der Stadt Köln über Betriebskostenzuschüsse der Kommune und des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) finanziert.

Als freier Träger muss der miteinander leben e.V.  10 % Eigenanteil leisten. Die Betriebskostenzuschüsse sind seit Jahren gedeckelt. Daher müssen Tariferhöhungen, Preissteigerungen und andere Zusatzkosten, die teilweise durch die inklusive Ausrichtung entstehen (z.B. Fahrtendienst für mobilitätseingeschränkte Besucher, erhöhter Personalaufwand für Pflege und Assistenz, Instandhaltungskosten für Aufzug) durch den Träger aufgebracht werden. Hier fließen Spenden und Stiftungsgelder ein. 

Die außerörtlichen und örtlichen Ferienmaßnahmen werden zusätzlich über Stiftungen und Kostenbeiträge der Teilnehmer finanziert (Aktion Mensch, Guilleaume-Stiftung).

 

Evaluation

Einmal im Jahr findet ein Wirksamkeitsdialog mit der Bezirksjugendpflege statt, in der die Arbeit des Jugendhauses ausgewertet wird. Des Weiteren setzt sich das Team der Mitarbeiter*innen in einem regelmäßigen Turnus mit der Konzeption und deren Umsetzung auseinander.

 

Best-Practice: 
Auf dem Weg von der Integration zur Inklusion wurden alle Bereiche genau unter die Lupe genommen und reflektiert, wo es noch Verbesserungsbedarf in Hinblick auf eine inklusive Einrichtung gibt. Diese Bereiche wurden dann in Angriff genommen und verändert (soweit in einer nicht inklusiven Gesellschaft möglich). Das Jugendhaus Sürth war seit 1982 ein integratives Modellprojekt; mittlerweile ermutigt das inklusive Modell andere, sich auf den gleichen Weg zu machen. Wichtige Schritte auf dem Weg zur Inklusion sind Barrierefreiheit, ein entsprechendes Menschenbild und die Abschaffung von „Barrieren in den Köpfen“. Der miteinander leben e.V. mit seinen Biographie begleitenden Angeboten zeigt einen Weg auf: miteinander leben - einander erleben – von Anfang an.

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